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| Abschieds-WunschkonzertSchloss-Soirée im Bürgerhaus / Günter Martin Korsts letztes Konzert mit dem Blasorchester der 1. SMTV(Bericht der Schorndorfer Nachrichten von Thomas Milz, Ausgabe vom 8. Juli 2008) Ein bisschen Wehmut war schon dabei, als Günter Martin Korst, nach zwölf Jahren als deren Leiter, sein letztes Konzert mit dem Blasorchester der 1. Schorndorfer Musik- und Tanzvereinigung gab. Geplant als 10. Soirée im Schlosshof in Schorndorf, musste das inzwischen zur Tradition gewordene Konzert wegen angekündigten Regens in das Buhlbronner Bürgerhaus verlegt werden. Für Günter Martin Korst war es zugleich ein Abschiedskonzert. Er wird in Zukunft ein Orchester in Ebersbach/Fils leiten. Zum Finale durfte er einen Abend ganz nach seinem Wunsch gestalten und zwei außerordentliche Gäste einladen. Das war zum einen die Nürnberger Sopranisten Silke Schrape, die mit bewegender Innigkeit die Arie Porgi amor aus Mozarts Le nozze di Figaro sang. Dabei wurde sie von einem souverän die Oberbearbeitung für Blasorchester umsetzenden Ensemble begleitet. Nicht die geringste Leistung der Ära Korsts war es, das Repertoire der musikalischen Genres erweitert zu haben. Marsch, Oper, Musical, Kammermusik oder Chanson? Für diese Blasorchester kein Problem. So war denn das Konzert zum Abschied auch eine Summer oder besser schöne Ernte dessen, was in den letzten zwölf Jahren erarbeitet worden ist. "Darauf können wir auch stolz sein", erklärte der engagierte Dirigent und präsentierte dem Publikum eine abwechslungsreiche Palette musikalischer Formen. Da gab es Ausschnitte aus den Erfolgsmusicals Cats und Les Miserables, in denen das Orchester mühelos mit musikalischen Breitwandformat auftrumpfte. Aber auch mit so intimen kammermusikalischen Formen wie der französischen Komposition Das Waldvögelein wusste eine aus zwei Klarinetten (eine von Korst selbst gespielt) und zwei Fagotten zusammengesetzte Quartett-Unterabteilung zu bannen. Unterstützt wurde sie dabei vom zweiten Gast des Abends, dem vollkommen uneitel-virtuosen Flötisten Robert Rudel. Die Tanzdarbietung war eigentlich für den Schlosshof konzipiertIn Erinnerung an das Renaissancefestival von 2002 spielt das Orchester eine Komposition der Spätrenaissance von Michael Praetorius. Dazu hatte sich Korst einen Auftritt der Tanzgarden gewünscht, die dann in prachtvollen historischen Kostümen (meisterhaft fabriziert von Inge Beck) Tanzfiguren zwischen zierlicher Feierlichkeit und ausgelassen höfischer Party vorführte. Konzipiert war diese Darbietung natürlich auf die effektvolle Wirkung, die sie im Schorndorfer Schlosshof gemacht hätte. Auf eine Jazz-Combo reduziert begleiteten Mitglieder des Orchesters dann Silke Schrapes sirenenhafte Darbietung dreier Chansons von Friedrich Hollaender. Darunter das von Schrape elegant vom Lasziven ins Tragische verschobene Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. Mit dem Geständnis "Ein bisschen Gänsehaut bekomme ich jetzt schon" kündigte Korst dann sein letztes Dirigat, den volltönenden Musical-Querschnitt aus den Miserables an. Langer und dankbarer Applaus für einen, dem die 1. Schorndorfer Musik- und Tanzvereinigung seit 27 Jahren eine Heimat war. Günter Martin Kortst SMTV-Karriere
Bilder: SMTV (Röder) |