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Besuch des Complesso Bandistico Vincenzo Bellini di Povolaro und Benefizkonzert 2007

Bericht der Schorndorfer Nachrichten, Ursula Quast, Ausgabe Mo., 30.04.2007

Erst witzig-beschwingt, dann kamen furiose italienische Salven

Gewaltige Klänge und mitreißende Musik der blechgewaltigen Blasorchester aus Dueville und Schorndorf brachten das Publikum am Samstagabend in der Künkelinhalle so richtig zum Schwitzen. Doch es ging ja auch um nichts weniger als die Finanzierung der Schorndorfer Stele in der italienischen Partnerstadt.

Die Bierkrüge, die im Foyer der Barbara-Künkelin-Halle zum Verkauf angeboten wurden, sind mit einer Entwurfszeichnung der Steinstele verziert, die den Schorndorfer Platz in Duevilles Stadteil Povolaro schmücken soll. Bei den heißen Rhythmen, die das Blasorchester der 1. Schorndorfer Musik- und Tanzvereinigung und das Corpo Bandistico "Vincenzo Bellini" di Povolaro den Zuhörern mitgebracht hatten, und dem derzeit herrschenden mediterranen Klima, wären die Krüge beim Verkauf besser gefüllt gewesen.

Fast könnte man meinen, mutmaßte Thomas Röder, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins und des Fördervereins der 1. SMTV, in seiner Begrüßungsrede, die südlichen Temperaturen seien wohl dem Einzug des italienischen Löwen am Dueviller Kreisel in Schorndorf zu verdanken. Die Gegend in Dueville ist wasserreich, weshalb die Stele dort, die der Arbeitskreis Schorndorfer Platz im kommenden Jahr zum zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft übergeben möchte, einen Brunnen zieren wird.

Auf dem Schorndorfer Platz in Dueville wird es also mehr plätschern als in den Bierkrügen mit dem Motiv des Schorndorfer Künstlers Reinhard Jochem am Konzertabend. Krüge und Konzert dienen jedenfalls beide einem guten Zweck, nämlich der Finanzierung der Stele. Und trotz verschiedenster Fester auf den Plätzen der Stadt und den lockenden lauen Außentemperaturen hatten doch viele Schorndorfer mit Ihren italienischen Freunden den Weg in die Künkelinhalle gefunden.

Belohnt wurden sie allemal für diesen Schritt. Die 1. SMTV unter der Leitung von Günter Martin Korst schien die Festlaune zu ihrem 25-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr noch immer zu begleiten. Witzig und beschwingt musizierten sich die gut 50 Musiker durch Blasmusikarrangements feinster Couleur.

Sir Edward Elgars "Pomp and Circumstance Militarymarch No. 4" eröffnete den Abend, eine deutsche Erstaufführung folgte mit einer Bearbeitung von Johann de Meijs Symphony Nr. 1, der Filmmusik zu Herr der Ringe, an deren letzten Schliff Günter Martin Korst mit Einverständnis des preisgekrönten Komponisten selbst Hand angelegt hatte. Werke wichtiger zeitgenössischer Komponisten und Arrangeure hatte Korst ausgewählt für seine Arbeit mit den Musikern, die sich mit großem Elan durch lockeren Swing ebenso wie rhythmisch und kompositionstechnisch heikle Passagen musizierten.

Nach der Pause feuerten die 40 italienischen Kollegen furiose Salven in den hochwertigen musikalischen Abend. Mozarts 40. Sinfonie in der Bearbeitung des japanischen Großmeisters der Blasmusikarrangements Sahashi eröffnete den Programmreigen mit Eleganz. Catschaturjans berühmter Säbeltanz war ein rasant und mit ungeheurer Akkuratesse dargebotenes Werk. Übung genug für die italienischen Seele, um endlich in der ureigenen Landeskunst ankommen zu können.

Opernzitate dürfen auch an einem Abend der Blasmusik nicht fehlen. Die Ouvertüre zu Rossinis "Italienerin in Algier" erklang mit wahrer Leidenschaft, überzeugende Soli und technisch bemerkenswerte Leistungen des Orchesters forderten vom Publikum denn auch anhaltenden Zwischenapplaus.

Nach einem blendend verwirklichten, schweren und spannenden Potpourri der weltberühmten Melodien aus Leonard Bernsteins West Side Story und einem Potpourri von Jacob de Haan beendete die italienische Seite ihr Konzert mit dem bekannten Triumphmarsch aus dem zweiten Akt von Verdis Aida. Voller Musikalität, temperamentvoll, präzise und herzlich geführt von Christiano Tedesco hat sich das Corpo Bandistico an diesem Abend dem begeisterten Publikum präsentiert.

Gemeinsam standen zum guten Schluss alle 90 Musiker auf der Bühne. "I did it my way" blies nicht nur jede Seite für sich überzeugend in die Rohre, das publikum war jetzt restlos überzeugt vom freundschaftlich klingenden Zusammentreffen der Musiker.

Dass die Schorndorfer Weiber dem Arbeitskreis Schorndorfer Platz zusätzlich zum Erlös des musikalischen Abends noch einen Scheck von 2500 Euro zugunsten der Stele überreichen konnten, war das i-Tüpfelchen für die rundum glücklichen Veranstalter.

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