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Musikalisch und finanziell hat sich's bestätigt: Musik macht Mut
Benefizkonzert der Ersten Schorndorfer Musik- und Tanzvereinigung zu Gunsten
des Vereins für Behinderte erbrachte einen Reinerlös von über 5.000 Euro
Bericht der Schorndorfer Nachrichten vom 6.4.2004,
Verfasser: Harald Spindler. Bilder: 1. SMTV
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Das Benefizkonzert "Musik macht Mut" der 1. SMTV zu Gunsten
des Vereins für Behinderte Schorndorf am 3.4.2004 in der
Barbara-Künkelin-Halle war nicht nur in musikalischer Hinsicht, sondern auch
finanziell ein besonderer Abend. Wegen der großen Unterstützung durch viele
Sponsoren aus Industrie und Wirtschaft konnte der 1. Vorsitzende Bernhard
Maier den Erlös aus Eintrittsgeldern und Spenden in vollem Umfang an
Dorothea Bogusch, Gründerin und Vorsitzende des Vereins für Behinderte,
übergeben. Alle Beteiligten freuten sich über den großartigen Reinerlös von
5.215 Euro!
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Schon zu Beginn des Abends dankte Dorothea Bogusch den
Vereinsverantwortlichen der 1. SMTV für diesen Konzertabend: "Es ist in
einer von Kommerz bestimmten Zeit nicht alltäglich, dass sich so viele
Menschen für uns interessieren. Unsere Arbeit findet zwar nicht im
Verborgenen statt, doch haben wir selten eine solche Plattform wie heute."
Darüber hinaus informierte sie in ihrer Begrüßung die rund 480 Gäste,
darunter OB Winfried Kübler, der Rudersberger Bürgermeister Horst Schneider,
viele Schorndorfer Gemeinderäte und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und
Kirche, über die Arbeit des Vereins und seine Schwierigkeiten nach den
drastischen Kürzungen im Sozialwesen.
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Eindrucksvoll bewiesen beide Orchester der 1. SMTV unter der
Leitung ihres Dirigenten Günter Martin Korst ihren hohen Leistungsstand. Im
ersten Teil zeigte das 37.köpfige Jugendprojektorchester der vereinseigenen
Bläserschule verschiedene Facetten der konzertanten Bläsermusik. Schon bei
der Eröffnung mit dem "Kanon in D" von Johann Pachelbel überraschten der
ausgewogene Klang und die Homogenität des jugendlichen Orchesters
(Durchschnittsalter 13 Jahre). Kleine Schwebungen in der Intonation des
schwierigen Werkes aus der frühen Klassik konnten den großartigen
Gesamteindruck nicht trüben.
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Der Höhepunkt des Programms der Jungmusiker war die
"Zoologische Suite" für Sprecher und Blasorchester. Der amerikanische
Komponist Len Orcino hat eine Sammlung kleiner Tanzsätze geschrieben, die
durch eine fantasie- und liebevolle Geschichte von Dr. Wolfgang Möller
inhaltlich verknüpft wurden.
Der Sprachheiltherapeut aus Schwäbisch Gmünd konnte auch für
die Aufführung in Schorndorf gewonnen werden. Möller und das
Jugendprojektorchester ließen die Suite zu einem Gesamterlebnis aus
Literatur und Musik werden. Mit großem Schlagzeugeinsatz und präzise
gespielter Rhythmik überzeugte das Orchester bei den beschwingten
lateinamerikanischen Tanzsätzen, wobei Wolfgang Möller mit seinem
pointierten Vortrag eine frohe Stimmung in die Barbara-Künkelin-Halle
zauberte. Nach langanhaltendem Beifall verabschiedeten sich die jungen
Musiker mit einer Zugabe vom begeisterten Publikum.
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Ebenso begeistern konnte das große Blasorchester der 1. SMTV
im zweiten Teil des Konzerts. Bei der Eröffnmung durch den "Pilgerchor" aus
der Oper "Tannhäuser" von Richard Wagner bestach das Orchester durch seine
Klangqualität, seine Präzision und seine sicherer Bühnenpräsenz. Das
hochromantische Werk aus der 1845 uraufgeführten Oper zeigte die Qualität
des Orchesters. Stilsicher und mit großem Pathos realisierten die Musiker
die hohen Anforderungen der Musik von Richard Wagner. Wobei die
Interpretation des jungen Dirigenten nicht auf vordergründige Effekte
zielte. Vielmehr wurde die Spannung des Dialogs zwischen Diatonik und
Chromatik eindrücklich vermittelt.
Das Hauptwerk des Abends, die dreisätzige Komposition
"Portrait of a City", ist eine Hommage des Komponisten Philip Sparke an
seine Heimatstadt London. Das 16-minütige Originalwerk für Blasorchester
verlangt von den den Ausführenden eine hohes Maß an Konzentration. Was
Dirigent und Musiker hier leisteten, war großartig! In den Ecksätzen
entfaltete das Orchester große Virtuosität und Spielfreude. Die Musiker
vermittelten ebenso ein Bild der Londoner Skyline wie vom quirligen Treiben
in Downtown.
Im zweiten Satz zeigt sich die lyrische Seite der
Ausführenden. In kleinen kammermusikalischen Gruppen und großen
Tutti-Klängen brachte das Orchester die melancholische Melodie eines
Londoner Parks im Herbst ausgewogen zu Geltung. Besonders interessant war
dabei die klanglich reizvolle Kombination von Englischhorn und Alt-Saxofon.
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Auch bei der Pop-Ballade des R&B-Musikers Boz Scaggs "We're
all Alone" spielten die Musiker stilsicher und mit großem Engagement. Im
Anschluss überraschte das ORchester mit einer hervorragenden Interpretation
von Frank-Sinatra-Songs. Bei "Frank Sinatra: Salute to Ol'Blue Eyes"
swingten Korst und seine Musiker in bester Las-Vegas-Manier. Mal als großer
Klangkörper, mal als Big-Band bewies das Orchester, dass es sich auch im
Swing der 1950er und 60er Jahre zu Hause fühlt. Besonders eindrücklich die
Darbietung des Bernd-Kaempfert Hits "Strangers in the Night", der im
Arrangement von John Moss in einer außergewöhnlichen Mischung aus
Auftrittsmusik und Strophenlied bearbeitet ist.
Mit minutenlangem Beifall forderte das Publikum zwei
Zugaben, die mit der japanischen Komposition "Sakura" und dem
"Radetzky-Marsch" von Johann Strauß Vater gerne erfüllt wurden.
Mit diesem Konzert bewies die Erste Schorndorfer Musik- und
Tanzvereinigung, dass Musik wirklich Mut machen kann. Bleibt zu hoffen, dass
die Mitglieder des Vereins für Behinderte diesen Mut mitnehmen für ihre
wichtige tägliche Arbeit mit behinderten Menschen.
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